Fußpflege im Alter: Was Senioren (und ihre Angehörigen) wissen sollten

Unsere Füße leisten ein Leben lang Erstaunliches – sie tragen uns durch jeden Tag, jeden Weg, jede Treppe. Doch mit den Jahren verändern sie sich: Die Haut wird dünner und trockener, die Nägel härter und spröder, und selbst kleine Beschwerden können die Mobilität spürbar einschränken. Genau deshalb ist professionelle Fußpflege im Alter kein Luxus – sondern ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität.

In diesem Ratgeber erklären wir, was sich an den Füßen im Alter verändert, welche typischen Probleme entstehen, wann der Gang zur Podologin sinnvoll ist – und wann die Krankenkasse die Kosten übernimmt.


Warum verändern sich Füße im Alter?

Der Alterungsprozess macht auch vor den Füßen nicht halt. Einige Veränderungen sind ganz normal – andere können zu ernsteren Beschwerden führen, wenn man sie ignoriert.

  • Haut wird dünner und trockener: Das Fettgewebe unter der Fußsohle schwindet, Druckstellen entstehen schneller. Risse und Schrunden sind häufig die Folge.
  • Nägel werden dicker und spröder: Verdickte Nägel sind im Alter normal – oft steckt aber auch ein behandlungsbedürftiger Nagelpilz dahinter.
  • Durchblutung nimmt ab: Schlechtere Durchblutung verlangsamt die Wundheilung und erhöht das Infektionsrisiko – besonders kritisch bei Diabetes und Herzerkrankungen.
  • Beweglichkeit lässt nach: Wer seinen eigenen Fuß kaum noch gut erreicht, kann ihn auch kaum noch gut pflegen. Eine professionelle Unterstützung wird dann immer wichtiger.
  • Sensibilität verändert sich: Schmerzen und Druckstellen werden manchmal gar nicht mehr richtig wahrgenommen – Probleme bleiben unentdeckt und können sich verschlimmern.

Typische Fußprobleme im Alter

Diese Beschwerden begegnen uns in unserer Podologiepraxis in Berlin Marzahn besonders häufig:

🦶 Verdickte und eingewachsene Nägel

Nägel, die sich verfärben, verdicken oder in die Haut einwachsen, sind im Alter häufig – und schmerzhaft. Ein Podologe kann hier fachgerecht und schonend helfen, ohne dass eine Operation nötig wird.

🦶 Hornhaut und Hühneraugen

Hornhaut gehört dazu – zu viel davon aber nicht. Übermäßige Hornhaut und drückende Hühneraugen können die Gangstabilität beeinträchtigen und das Sturzrisiko erhöhen. Regelmäßige Behandlung beugt vor.

🦶 Rissige Fersen (Schrunden)

Tiefe Risse an der Ferse sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch Eintrittspforten für Infektionen. Trockene Altershaut macht dieses Problem häufiger – gezielte Pflege kann es gut in den Griff bekommen.

🦶 Nagelpilz

Nagelpilz erkennt man an gelblichen oder bräunlichen Verfärbungen und brüchigen Nägeln. Im Alter ist die Immunabwehr oft weniger stark, weshalb Pilzinfektionen häufiger auftreten und professionell behandelt werden sollten.

🦶 Druckstellen und schlecht heilende Wunden

Bei Diabetikern oder Patienten mit Durchblutungsstörungen können selbst kleine Wunden zu einem ernsthaften Problem werden. Hier ist regelmäßige podologische Kontrolle besonders wichtig.


Wann unbedingt zum Podologen?

Viele ältere Menschen – und auch ihre Angehörigen – fragen sich, ab wann ein professioneller Besuch wirklich notwendig ist. Unsere klare Antwort: Lieber früher als zu spät. Aber es gibt klare Zeichen, bei denen man nicht mehr warten sollte:

  • Die eigene Fußpflege ist durch eingeschränkte Beweglichkeit oder schlechtes Sehen kaum noch möglich
  • Nägel sind stark verdickt, verfärbt oder eingewachsen
  • Druckstellen, Rötungen oder kleine Wunden heilen nicht von selbst ab
  • Es bestehen Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen beim Gehen oder Stehen nehmen zu
  • Hornhaut reißt auf oder es bilden sich tiefe Schrunden

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Befund behandlungsbedürftig ist: Sprechen Sie uns einfach an. Wir schauen gemeinsam, was sinnvoll ist – und was Ihre Krankenkasse übernehmen kann.


Zahlt die Krankenkasse die Fußpflege im Alter?

Eine gute Nachricht, die viele nicht kennen: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für podologische Behandlungen.

Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung Muster 13) und eine der folgenden Diagnosen:

  • Diabetes mellitus mit Folgeerkrankungen am Fuß (z. B. Neuropathie, Durchblutungsstörung)
  • Chronisch venöse Insuffizienz (Grad III)
  • Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Rheumatoide Arthritis mit schwerer Fußbeteiligung (seit 2020 verordnungsfähig)
  • Querschnittslähmung oder neurologische Erkrankungen mit Fußbeteiligung

Bei Kassenleistungen zahlen Sie lediglich die gesetzliche Zuzahlung: 10 % der Behandlungskosten + 10 € pro Verordnung – also in der Regel rund 12–15 € pro Termin. Wer chronisch krank ist oder die Belastungsgrenze erreicht, kann sich von der Zuzahlung befreien lassen.

→ Alles Wichtige zu Kosten und Verordnung lesen Sie auf unserer Krankenkasse & Kosten Seite.

Und wenn keine Verordnung vorliegt?

Kein Problem – professionelle Fußpflege im Alter ist auch ohne Verordnung möglich. Als Selbstzahlerleistung ist sie eine lohnende Investition in Mobilität und Wohlbefinden.


Wie oft sollten Senioren zur Podologin?

Das hängt vom individuellen Befund ab. Als Orientierung gilt:

  • Ohne besondere Erkrankung: alle 6–12 Wochen reicht in der Regel
  • Mit Diabetes oder Durchblutungsproblemen: alle 4–8 Wochen – oft sogar als Kassenleistung
  • Mit akuten Beschwerden: nach Bedarf, gern auch kurzfristig

Beim ersten Termin nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Befundaufnahme und empfehlen Ihnen dann, was für Ihren Fuß am sinnvollsten ist.


Tipps für die Fußpflege zu Hause

Zwischen den professionellen Terminen können diese einfachen Maßnahmen helfen, Ihre Füße gesund zu halten:

  • Täglich eincremen: Rückfettende Cremes mit Harnstoff (Urea 5–10 %) halten die Haut geschmeidig und beugen Rissen vor.
  • Nägel gerade schneiden: Nie zu kurz und nicht in die Ecken hinein – das verhindert eingewachsene Nägel.
  • Bequeme Schuhe tragen: Gutes Schuhwerk mit ausreichend Platz und stabiler Sohle schützt vor Druckstellen und Stürzen.
  • Füße täglich anschauen: Gerade bei Diabetes: Wunden, Rötungen oder Veränderungen früh bemerken.
  • Vorsicht mit Hornhautraspeln: Bei sehr trockener oder empfindlicher Haut können scharfe Geräte zu Hause mehr schaden als nützen.

Wichtig: Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder offenen Wunden bitte keine Hornhautentfernung zu Hause versuchen – das ist Aufgabe der Podologin.


Fußpflege für Angehörige: Was können Sie tun?

Viele Menschen kommen zu uns, weil sie sich Sorgen um ihre Eltern oder Großeltern machen – und nicht wissen, wie sie helfen können. Das ist sehr verständlich.

Wenn ein älterer Mensch seine Füße selbst nicht mehr gut pflegen kann: Sprechen Sie ihn offen darauf an und bieten Sie Unterstützung beim Terminmachen an. Für viele ist der erste Schritt der schwerste. Danach ist Erleichterung oft das vorherrschende Gefühl – denn regelmäßige Fußpflege tut einfach gut.

Bei eingeschränkter Mobilität können wir auch klären, welche Möglichkeiten es gibt – zum Beispiel ob ein Hausbesuch infrage kommt.


Ihre Podologiepraxis in Berlin Marzahn

In unserer Praxis in Berlin Marzahn sind Senioren herzlich willkommen – und unsere Stammpatientinnen und -patienten. Wir nehmen uns Zeit, arbeiten schonend und erklären, was wir tun. Unsere Praxis ist barrierefrei zugänglich und wir arbeiten mit allen gesetzlichen Krankenkassen zusammen.

Haben Sie Fragen zu Kosten, Verordnung oder einem ersten Termin? Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns über WhatsApp – wir helfen Ihnen schnell und unkompliziert weiter.

📞 030 / 40 744 198
📍 Myslowitzer Str. 49, 12621 Berlin (Marzahn)